Gestern gab die OPEC ihren aktuellen Monatsbericht heraus, in dem das Bündnis der erdölproduzierenden Ländern Prognosen zur Entwicklung des Ölmarktes liefert. Der vielbeachtete Report zeigte eine robuste Nachfrageentwicklung im laufenden und kommenden Jahr, betonte aber auch die zahlreichen Risikofaktoren und Unsicherheiten, mit denen der Ölmarkt zu kämpfen hat.

 

Vor allem was die Nachfrageentwicklung in China betrifft, zeigte sich die OPEC erneut recht optimistisch. Die Volksrepublik ist der größte Ölimporteur der Welt und hat somit einen recht großen Einfluss auf die internationalen Ölbörsen. Steigt der Ölbedarf in China steigen üblicherweise auch die Ölpreise, bei einem Nachfragerückgang sinken die Preise.

 

Die OPEC geht davon aus, dass das Wirtschaftswachstum in China im laufenden Jahr bei +5,2 Prozent liegen wird und hat die Prognosen zum Ölnachfragewachstum von 760.000 Barrel pro Tag auf 800.000 Barrel pro Tag angehoben. Auch auf globaler Ebene sieht der Monatsbericht eine robuste Nachfrage, die für das laufende Jahr durchschnittlich bei 101,9 Millionen Barrel pro Tag gesehen wird.

 

Im vergleich zum letzten Monatsreport im April hat die OPEC ihre Prognosen in Sachen Nachfrageentwicklung sogar nach oben korrigiert, wenn auch nur minimal. Dennoch spricht dies dafür, dass die Organisation der 13 Förderländer für die kommenden Monate eine optimistische Haltung in Sachen Ölmarktentwicklung einnimmt.

 

An den internationalen Ölbörsen konnten die eigentlich preisstützenden Prognosen der OPEC allerdings kaum etwas ausrichten, da sich die Anlegerinnen und Anleger zur Zeit vor allem auf die kurzfristigen konjunkturellen Gefahren wie etwa die Bankenkrise in den USA oder die allgegenwärtigen Rezessionssorgen konzentrieren. Diese drücken die Rohölpreise zum nahenden Wochenende.

 

Entsprechend kann auch bei den Heizölpreisen im Inland heute mit deutlichen Preisabschlägen im Vergleich zu gestern gerechnet werden. Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen damit heute im Durchschnitt etwa -1,60 bis -2,20 Euro pro 100 Liter weniger als noch am Donnerstagvormittag.