Am grundsätzlichen Spannungsfeld aus preisdrückenden und preistreibenden Faktoren, welches den Ölmarkt schon seit längerem im Griff hält, hat sich auch zur Wochenmitte nicht viel geändert. Entsprechend bleiben die börsengehandelten Rohölpreise auf Richtungssuche, während die Inlandspreise für Heizöl von einem Aufschwung beim Euro profitieren können, so dass sich hier heute erneut Abschläge ergeben dürften.

 

Nach wie vor sind es widerstreitende Umstände, die für das ewige Hin und Her bei den Preisbewegungen sorgen. So belastet etwa die schlechte Konjunkturstimmung die Ölmärkte. Allerorten ist die Inflation extrem hoch, wodurch die Gefahr einer Rezession ebenfalls steigt. Diese wirkt sich wiederum negativ auf die Ölnachfrage aus – die Preise fallen.

 

Zusätzlich spielt auch die Corona-Pandemie nach wie vor eine Rolle, wenn es um die weltweite Ölnachfrage geht. Hier steht vor allem China im Fokus, denn die Volksrepublik verfolgt als einziges Land weiterhin eine sehr strenge, lockdownbasierte Corona-Politik. Diese hat die Konjunktur des weltgrößten Ölimporteurs ziemlich ins Wanken gebracht und die Ölnachfrage gleich mit. Die Sorge um einem dauerhaften Bedarfsrückgang in China belastet die Preise.

 

Gleichzeitig bleibt das grundsätzliche geopolitische Umfeld für die Ölpreise aber stützend. Die Energiekrise, die der russische Krieg in der Ukraine ausgelöst hat, verknappt das Angebot auf dem Weltmarkt und sorgt vor allem für Schwierigkeiten bei der Verteilung der Mengen, egal ob es sich nun um Gas, Öl oder Ölprodukte handelt.

 

Diese knappe Angebotssituation könnte sich zudem in den kommenden Wochen noch verschärfen, da die OPEC+ ab November ihre Fördermengen erneut kürzen will. Die Allianz aus 23 Ölförderländern, zu denen auch Russland gehört, will damit die Ölpreise stabil auf einem höheren Niveau halten und den Preisnachlässen entgegenwirken, die sich durch die Angst vor einer Rezession immer wieder ergeben.

 

Ein Ende des Tauziehens zwischen steigenden und fallenden Preisen ist also erst einmal nicht in Sicht. Auch für die Inlandspreise bedeutet das, dass die Schwankungsanfälligkeit hoch bleibt. Heute profitieren sie allerdings erst einmal von einer deutlichen Erholung beim Euro, so dass im Vergleich zu gestern heute mit Abschlägen von  -1,70 bis -2,70 Euro pro 100 Liter gerechnet werden kann.