Die Ölpreise starten aktuell nahezu unverändert in den Handel zur Wochenmitte. Gestern hatte sowohl die Nordseesorte Brent als auch die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) jeweils 28 Cent oder rund 0,4 % pro Barrel (159 Liter) nachgegeben. Zum Wochenauftakt hatten beide Ölsorten den Handel noch auf einem Fünf-Wochen-Hoch beendet.

Neue Zollrunde verunsichert auch Ölmärkte
Zum Auftakt des zweiten Quartals hatten sich die Händler gestern weltweit auf gegenseitige Zölle vorbereitet, die US-Präsident Donald Trump heute Abend um 21 Uhr unserer Zeit bekanntgeben wird. Bislang hat das Weiße Haus keine Angaben zu Umfang und Ausmaß der Zölle gemacht.

Fachleute gehen davon aus, dass die neuen US-Zölle die weltweite Energienachfrage dämpfen und das Wirtschaftswachstum verlangsamen werden, was sich wiederum negativ auf die zukünftige Ölnachfrage auswirken wird.

Experten rechnen für 2025 mit Druck auf Ölpreisen
Gestützt wurden die Ölpreise gestern einmal mehr von der Warnung der US-Regierung, dass man strengere Sanktionen gegen den Iran, Venezuela und Russland plane. Sofern diese Drohungen ungesetzt werden, würde sich das weltweite Angebot an Rohöl deutlich einschränken.

Eine im März durchgeführte Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter 49 Ökonomen und Analysten hatte ergeben, dass die Experten damit rechnen, dass die Ölpreise in diesem Jahr aufgrund von US-Zöllen und einer Konjunkturabschwächung in Indien und China unter Druck bleiben werden. Zudem verwiesen sie auf das wieder steigende Öl-Angebot der OPEC.

OPEC-Sitzung wirft Schatten voraus
In diesem Zusammenhang werden die Teilnehmer an den Ölmärkten die voraussichtlich an diesem Donnerstag stattfindende Sitzung des Ministerausschusses der OPEC+ genauestens beobachten.

Die Minister der OPEC+ aus acht Nationen kommen damit Gerüchten zufolge zwei Tage früher als zum vorab geplanten Zeitpunkt (5. April) per Video-Call zur Überprüfung ihrer Förderpolitik zusammen.

Wie Quellen aus dem Öl-Kartell gegenüber Reuters berichteten, werden die Teilnehmer voraussichtlich eine weitere Erhöhung der Produktion um 135.000 Barrel pro Tag ab Mai genehmigen. Die OPEC+ hatte einer ähnlichen Produktionssteigerung für April bereits zugestimmt.

US-Rohöllagerbestände nehmen weiter zu
Unterdessen zeigte der wöchentliche Bericht des American Petroleum Institute (API), dass die Rohöllagerbestände in den Vereinigten Staaten in der Woche zum 28. März um 6,037 Millionen Barrel gestiegen sind, verglichen mit einem Rückgang von 4,6 Millionen Barrel in der Vorwoche.

Die Prognosen waren von einem Rückgang in Höhe von 700.000 Barrel ausgegangen. Damit sind die Rohöllagerbestände den API-Daten zufolge in diesem Jahr um fast 23 Millionen Barrel gestiegen.

Kaum Bewegung bei den Heizölpreisen
Angesichts der Tatsache, dass heute im frühen Handel kaum Bewegung bei Gasöl, dem Vorprodukt für Diesel und Heizöl, zu beobachten ist, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet je nach Region maximal –0,10 Euro bis +0,10 Euro pro 100 Liter weniger, bzw. mehr bezahlen als noch am Dienstag.