Das muntere Börsenauf und -ab setzt sich fort und die Preise steigen zur Wochenmitte wieder. Entsprechend ziehen auch die Preise für Heizöl im Inland an und die Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich auf neue Preisaufschläge im Vergleich zu gestern einstellen.

 

Börsen von Kursschwankungen geprägt
In den letzten Wochen waren die Kurse an den internationalen Ölbörsen geprägt gewesen von Kursschwankungen, da die Marktteilnehmerinnen und -teilnehmer mit verschiedenen Unsicherheitsfaktoren jonglieren, die die Preise entweder stützen oder unter Druck setzen. Einer diese Faktoren ist die wirtschaftliche Entwicklung und davon abhängig die mittel- und langfristige Nachfrageentwicklung.

 

Entscheidender Faktor Nachfrageentwicklung 
Vor allem China als größter Ölexporteur der Welt spielt hierbei eine Schlüsselrolle, hatten doch die letzten Pandemie-Jahre und die strenge Corona-Politik der chinesischen Regierung deutliche Spuren an der globalen Ölnachfrage hinterlassen. Nun sind die Coronaregeln auch in China gefallen und insgesamt hofft man auf eine schnelle konjunkturelle Erholung des Landes.  Allerdings bleibt unsicher, wie schnell und nachhaltig diese von statten gehen wird.

 

Aktuell scheint man am Ölmarkt wieder davon auszugehen, dass der Ölbedarf in China sich schon in den nächsten Wochen wieder normalisieren wird. Hoffnung in dieser Hinsicht machte den Marktteilnehmerinnen und -teilnehmern, dass Saudi-Arabien als größter Ölexporteur der Welt die Verkaufspreise für saudisches Öl, dass nach China geliefert wird, erhöht hat. Man rechnet also offenbar mit einer robusten Nachfrage, die rechtfertigt, dass asiatische Abnehmer ab März mehr bezahlen müssen als noch im Vormonat.

 

Angebotsprobleme stützen Ölbörsen
Doch nicht nur die Nachfrageseite stützt aktuell die Ölbörsen. Auch von der Angebotsseite gibt es immer wieder Unsicherheiten und Ausfälle, die die Preise in die Höhe treiben. So greift seit dem Wochenende der Einfuhrstopp für russische Raffinerieprodukte, der durchaus in den nächsten Wochen das Potenzial hat, den Produktmarkt – etwa bei Diesel oder Benzin – durcheinander zu wirbeln.

 

Denn während aus Russland keine Produkte mehr eingeführt werden dürfen, die über den von der EU und den G7 beschlossenen Preisobergrenzen verkauft wurden, bahnen sich in Frankreich wegen der landesweiten Streiks neue Ausfälle an den Raffinerien des Landes an. Schon im Herbst hatten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wochenlang ihre Arbeit niedergelegt und damit die europäische Dieselknappheit verschärft.

 

Zudem haben die schweren Erdbeben in der Türkei zu Ausfällen an wichtigen Pipelines und dem größten türkischen Ölexporthafen in Ceyhan geführt. Auf dem Ölmarkt können solche Unterbrechungen schnell zu Engpässen führen, so dass die Ölpreise sensibel reagieren. Nachhaltige Preissteigerungen sind hier aber nicht zu befürchten, denn die Ausfälle dürften heute wieder behoben sein.

 

Gleiches gilt für Produktionsunterbrechungen in Norwegen. Der größte Ölproduzent Europas hatte am Montag die Förderung an seinem wichtigsten Ölfeld unterbrechen müssen, da es wegen technischer Probleme zu  Stromausfällen kam. Diese sollen allerdings ebenfalls heute schon wieder behoben sein, so dass auch dieser Angebotsausfall nur temporäre Auswirkungen hatte.

 

Inlandserwartung
Mit dem deutlichen Anstieg der börsengehandelten Rohölpreise steigen auch die Inlandspreise heute wieder ein gutes Stück an. Im Bundesgebiet kosten 100 Liter Heizöl damit etwa 3,45 bis 4,05 Euro mehr als noch am Dienstagvormittag